Montag, 12. März 2018

Zero Waste im Urlaub - Nantes

So, es war die letzte Woche etwas stiller, da ich in Nantes war. Ich war am Anfang etwas am überlegen wie erfolgreich Zero Waste dort klappen würde, aber ich bin begeistert. Eigentlich wollte ich nur Rezepte posten, aber Nantes ist wirklich eine (Zero Waste)-Reise wert.

Angereist sind wir über Paris mit ICE & TGV. Bis auf die etwas knapp bemessene Umsteigezeit und einen damit verpassten Zug sind wir gut angekommen.

Wir waren im Adagio Access in Nantes Viarme untergebracht. Das ist ein relativ zentrales Apartmenthotel. In der Küche gab es Ökospülmittel aus der recyclebaren Flasche und auch die französische Mülltrennung - blaue Säcke für Müll und gelbe Säcke für Recyclebares- wurde unterstützt. Im Bad fanden sich Spender für Körperhygienemittel. Bis auf den gelben Spülschwamm somit alles sehr umweltfreundlich ausgestattet.

Direkt nebenan fand sich ein Carrefour Express in dem man Joghurt, Milchreis & Pudding im Glas kaufen konnte, aber auch eine riesige Auswahl an unverpacktem Obst hatte. Insgesamt gab es in französischen Supermärkten weitaus mehr unverpacktes Obst & Gemüse als in den Deutschen. In größeren Supermärkten z.B. Monoprix fanden sich dann auch Bulk Spender mit Grundnahrungsmitteln.

Wenige Gehminuten vom Hotel entfernt befindet sich der Marche Talensac. Er findet außer Montags jeden Tag von 7:00 bis 13:00 statt. Dort findet man Butter, Käse, Wurst, Joghurt, Obst, Gemüse, Nudeln und vieles andere lose. Viele Händler nutzen die App Too Good To Go um am Ende die Reste loszuwerden.

In Nantes gibt es zwei Unverpacktläden. Beide waren in 10-15 Minuten vom Hotel aus zu erreichen. Day by Day ist eine Kette und man konnte hier viele Dinge bekommen, die ich noch nie in deutschen Unverpacktläden gesehen habe: Spülmaschinentabs oder süße und salzige Snacks wie Brezeln, Cräcker oder Kekse. Hier gibt es auch Nutella :) Allerdings eher auf "soviel man braucht" ausgerichtet als auf Zero Waste.  Spülmaschinentabs waren z.B. einzeln in Plastik verpackt, ebenso Muskatnüsse. Der zweite Laden ist Ô Bocal. Dieser entspricht schon eher Zero Waste Erwartungen. Soweit ich es überblicken konnte waren alle Produkte komplett unverpackt. Selbst die Menstruationstassen konnte man sich aus einem Glas fischen. Hier habe ich auch endlich eine Sprühflasche aus Glas gefunden. Für 3,90 auch preislich absolut okay.

Wir sind oft essen gegangen (bei Entrecôte gibt es sogar Stoffservietten) und hin und wieder haben wir Too Good To Go genutzt.  Da in Frankreich die Händler (bald) keine Lebensmittel mehr wegschmeißen dürfen, war das Angebot reichlich.  Für Vegetarier allerdings eher ungeeignet, bis auf die süßen Sachen war immer Fleisch dabei. Einige Betriebe verlangen sogar, dass man seine eigene Box mitbringt, somit ginge es auch komplett ohne Verpackung.

Wir haben es leider erst am letzten Tag entdeckt, aber es gibt für die Region ein Metroceane-Ticket. Damit kann man zwischen Nantes, Saint-Nazaire und Le Croisic alle Verkehrsmittel nutzen. Beim nächsten Mal nehmen wir das vom ersten Tag an und schauen uns die nähere Umgebung noch etwas genauer an.


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